Verschiebung (Displacement/Вымещение) im Kalten Krieg

Tagung vom 6.11.-7.11.2015

Die Tagung widmet sich dem Thema der "Verschiebung (displacement/вымещение)" im Kalten Krieg. Ziel der Tagung ist es, die verschiedenen Facetten von Verschiebung als einem zentralen künstlerischen und politischen Verfahren des Kalten Krieges (1946–1986) zu untersuchen. Unter Verschiebung verstehen wir die Verlagerung des den Kalten Krieg dominierenden Konflikts auf andere Ebenen und Territorien: Im Bereich der Außenpolitik wurde der ideologische Konflikt zwischen den Großmächten in die Dritte Welt verschoben (Stellvertreterkriege). Innenpolitisch wurde das außenpolitische Feind/Freund-Schema in der UdSSR und USA durch die Schaffung innerer Feinde ausagiert, wobei diese selbst auch im geographischen Sinn verschoben worden sind, sie wurden verbannt oder isoliert. Darüber hinaus wurde der Konflikt zwischen den Supermächten auch auf Narrative und Plots in Film, Literatur und Kunst verlagert (Familie, Gender, Paarbeziehungen). Die Organisatoren interessieren sich dabei nicht nur für äussere, sichtbare Spuren solcher Verschiebungen, sondern auch für die zeittypischen verborgenen politischen und kulturellen Mechanismen bzw. Logiken, die diverse Verschiebungen während des Kalten Kriegs sanktionieren und Übertragungen des Grosskonflikts bzw. seine Maskierungen und Umwandlungen erlauben. Eingeladen wurden international renommierte wissenschaftliche Referentinnen und Referenten aus dem Gebiet der Cold War Studies bzw. Kulturgeschichte des Kalten Krieges. Dem interdisziplinären Charakter der Cold War Studies entsprechend kommen die Gäste aus unterschiedlichen Disziplinen (Literaturwissenschaft, Geschichte, Kunstwissenschaft, Filmwissenschaft, Soziologie und Politikwissenschaft) und aus unterschiedlichen Ländern (Schweiz, USA, Grossbritannien, Russland).
Mit: Silvia Berger Ziauddin, Elisabeth Bronfen, Fabienne Collignon, Evgeny Dobrenko, David Eugster, Steven E. Harris, Patrick Kilian, Alexander Markin, Matthias Meindl, Roland Végso.

Organisiert von Alexander Markin und Sylvia Sasse.