Politische Positionierungen in Literatur und Kunst im postsowjetischen Russland

Abgeschlossenes Dissertationsprojekt von Matthias Meindl

Auf Grundlage eines experimentellen Umgangs mit Pierre Bourdieus Theorie gesellschaftlicher Felder und vor dem Hintergrund der besonderen Vorgeschichte – in der Sowjetunion besaß die Kultur eine starke politische Brisanz  –untersucht die Arbeit vielfältige Praktiken und poetologische Positionen der Politisierung des künstlerischen und literarischen Felds Russlands.
Von der ‚radikalen Kunst’ der 1990er Jahre, die sich mit Strategien der Delegitimation auf eine schnell lediglich als virtuell erkannte Demokratie bezog, über die Ästhetisierung von Politik in Ėduard Limonovs Schreiben und seinem Projekt einer radikalen Jugendbewegung, der Nationalbolschewistischen Partei, bis hin zu neuen linken Projekten (Kirill Medvedevs ‚Freier Marxistischer Verlag’ und chtodelat aus Petersburg), die mit experimentellen Praktiken zwischen künstlerischer Tätigkeit, Bildungsarbeit und politischem Aktivismus eine dauerhafte linke Gegenkultur unter den Bedingungen von Putins Russland zu etablieren versuchen.

Erstbetreuerin: Prof. Dr. Sylvia Sasse; Zweitbetreuer: Prof. Georg Witte (FU-Berlin)